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Irgendwelche Fragen: Schauen Sie das Erste!

Das erste deutsche Fernsehen zeigt seit einiger Zeit Sendungen aus dem Ressort Reportage/Dokumentation, die den Zuschauern als „Check“ verkauft werden. Der Aldi-Check, der Apple-Check, der adidas-Check, nur, um beim Buchstaben A zu bleiben.

Ein Text vom 25. August 2013 - zufällig wiederentdeckt.

 

An einem dieser Tage, an einem Mittwoch, also der Kandidaten-Check. Wen würden Sie wählen, und vor allem: Bleiben Sie bei Ihrer Meinung auch dann, wenn harte Fakten auf den Tisch kommen

Wir erinnern kurz an eine Sequenz aus dem Apple-Check: Da schnitt das iphone gegenüber dem Samsung Galaxy3 ziemlich schlecht ab, weil man, nachdem man die Geräte in ein volles Bierglas getaucht hatte, auf dem Galaxy trotz Bierbad noch Fotos anschauen konnte. Bravo! Hätte man beide Geräte mit voller Wucht gegen eine Betonmauer gefeuert und wäre über die Reste mit einer Dampfwalze der Standard-Klasse gerollt, wäre das Ergebnis anders gewesen: unentschieden.

Nun also die Frage, welcher Kanzlerkandidat die überzeugenderen Argumente auf den Tisch legen kann, damit er oder sie vier Jahre im Amt überleben kann. Dazu wurden eine Merkel-Wählerin, ein noch unentschlossenes Pärchen und eine Steinbrück-Wählerin befragt. Die Themen wurden während einer Straßenumfrage gefunden: Anerkennung des Pflegeberufs, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und gerechte Löhne. Ursula von der Leyen (CDU) und Manuela Schwesig (SPD) durften die Standpunkte ihrer jeweiligen Parteien deutlich machen. Die Blumen von Rede und Gegenrede öffneten und drehten sich zum Licht der Überparteilichkeit

Danach sollten die Wählerinnen ihre Positionen noch einmal überdenken: Und siehe da: Alle, sowohl die Merkel-Wählerin als auch die „Unentschlossenen“ rückten ins Steinbrück-Lager. Bewertet wurden die Aussagen von unabhängigen Experten. Unabhängig wohl deshalb – so fiel es mir gleich wie Schuppen aus den Haaren -, weil die zitierten Fachleute wohl nicht wählen gehen und sich auch nicht für Politik interessieren. Oder doch?

Mögliches Fazit der Sendung: Vier Menschen zeigen Deutschland die Richtung. Mo mi frei – „Politik-Grundkurs: Einfach machen“. Für wen war wohl die Sendung auf dem 22.45 Uhr-Sendeplatz gedacht? Tickt die Macher bei der ARD so simpel? Wahrscheinlich ist es in Wirklichkeit tatsächlich so einfach, genau so wie Ihre Kaufentscheidung für eines der beiden Mobiltelefon wohl ausfallen sollte.


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