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Der Mond ist voll, die Arme leer

Sitzkissen und Lieblingsgetränk mitbringen, hinsetzen, in den Mond schauen. Foto: Bernd Kasper/ pixelio.de

Vollmond. Am irgendeinem kommenden Freitag. Schwarze Katzen kreuzen den Weg. Überall stehen Leitern auf dem Gehsteig. Gefährlich säuselnd haucht der Wind um die Ecken. Man glaubt, er kichert kehlig.

 

Die Aussichten, dass wir in der Nacht den Weg nach Hause auch ohne Taschenlampe finden, stehen gut. Schatten in der Nacht: das funktioniert nur bei Vollmond. Wenn der Himmel frei ist. Gut, dass Freitag ist. Man kann am Samstag ganz in Ruhe ausschlafen.

Man könnte sich in der Nacht eine Bank suchen, Sitzkissen und Lieblingsgetränk auspacken und Sinn suchend in den Himmel schauen. Sofort stürzen Fragen auf uns ein: Welche Auswirkungen haben die Krisen der Welt auf unsere Heimatstadt ganz konkret? Welche Bedeutung haben unsere Argumente, wenn wir sie in Gegenwart unserer auswärtigen Freunde hier bei uns vor Ort ins Gespräch bringen? Wenn wir ihnen möglicherweise entgegenschmettern, dass die anderen doch sehen sollen, wie sie klar kommen. Wie können wir uns übrigens wirkungsvoll einbringen in die Hilfe für Flüchtlinge? Wie können wir Kirche, Vereine und Institutionen sinnvoll unterstützen? Da sitzen wir also auf unserer Bank und schauen in den Vollmond. Wir dürfen natürlich auch Fragen an uns selbst richten: Geht es uns allen gut? Unseren Freunden, unserer Familie? Mir auch? Und in Zukunft?

Liebeskummer? Voller Mond und leere Arme - so hat der Sinatra Frank schon vor einer ganzen Weile gesungen. Caterina Valente natürlich auch. Die nämlich drehte neben vielen anderen auch die beiden Filme "Und abends in die Scala" und "Ball im Savoy". Gute Laune durch und durch. Nicht nur in diesem "Schinken" wurde bis tief in die Nacht getanzt und gesungen. Oft genug war der Vollmond mit im Spiel. Keine Angst also vor schwarzen Katzen und Wolfsgeheule. Der Mond ist halt nur richtig rund.


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