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Ein gutes Buch, immer griffbereit

Können Sie sich noch erinnern an diesen flotten Spruch einer Buchhandel-Kette? „Schock Deine Eltern, lies’ ein Buch!“ Was haben wir da gekichert.

 

Und doch blieb uns das Lachen im Halse stecken. Ist es denn wirklich so schlimm? Wird überhaupt noch gelesen – außer Posts und Tweeds?

Kaum einer unter uns wird sich an die Zeit erinnern, als man den Eltern versicherte, man sei müde und müsse ab ins Bett. Mutter und Vater staunten ein bisschen, aber na gut, wenn der Junge will, lass ihn doch. Und dann versteckte sich der 13-Jährige unter der Bettdecke, legte sich die Taschenlampe irgendwie über die Schulter und galoppierte mit Old Shatterhand und Winnetou über die Prärie. Seite an Seite sozusagen, auf Augenhöhe.

Kann doch gar nicht sein, heute am Tag des Buches, dass so wenig gelesen wird. Es gehört doch zum guten Ton, wenn man Rilke zitieren kann. Oder zumindest schon mal von dem Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand, gehört hat. Oder machen wir uns nur um unseren Nachwuchs Sorgen? Sie meinen, Lesen ist weiterhin cool, aber die Taschenlampe ist leider out? Nach dem achten Lebensjahr lässt das Lesevergnügen offensichtlich nach, steigt erst wieder zum 18. Geburtstag an. Erklärt zumindest eine Untersuchung.

Apropos: Heute Abend gönnen wir uns mal eine Pause vom Lesen. Diese vielen Buchstaben. Machen einen manchmal ganz kirre. Heute feiern wir stattdessen Geburtstag. Vielleicht gibt es ein paar Häppchen, vielleicht auch ein Bierchen. Das wäre dann gemütlich. „Lasst uns hoffen, dass wir alle noch eine Weile am Leben bleiben“, sagte der Sänger Paul Simon einmal. „Aber gesund“ möchten wir sofort hinzufügen. Hauptsache. Na gut, ein paar Euro zuviel auf dem Konto würden nicht stören. Aber gesund – und natürlich immer ein gutes Buch, griffbreit, ganz in der Nähe.


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