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Laternen in Lobberich: Mit oder ohne Gas?

Dunkel bleibt es schon seit längerer Zeit auf dem Windmühlenweg in Lobberich. Die Gaslaternen sind ausgefallen. Foto: Uli Rentzsch

Schon seit Längerem bleibt es morgens, abends und in der Nacht dunkel auf dem Windmühlenweg und auf der Mühlenstraße in Lobberich. Der Grund: Die Gaslaternen sind ausgefallen, eine Reparatur gestaltet sich schwierig. Jetzt wird nach einer praktikablen Lösung gesucht – notfalls müssen die nostalgischen Gaslaternen weichen.

 

Dieser Text erschien im StadtSpiegel am 8. März 2017.

Lobberich. „Der Weg zur Schule am See an der Sassenfelder Straße ist nicht beleuchtet“, berichtet eine junge Mutter (Name der Reaktion bekannt). Ihre Tochter besucht genau diese Schule und musste zumindest morgens diesen zeitweise unbefestigten Weg im Dunkeln zurücklegen. Inzwischen ist es morgens wieder hell, aber die Gaslaternen funktionieren immer noch nicht.

„Das geht natürlich nicht“, stimmte Lobberichs Ortsvorsteher Harald Post zu, als er von Anwohnern der beiden Straßen eine Unterschriftenliste entgegen nahm, Schließlich sollten auf diesen beiden Straßen keine Angsträume entstehen. „Eine schwierige Geschichte“, räumt auch Norbert Dieling, Geschäftsführer der Stadtwerke Nettetal, ein. Diese Leuchten würden seit Jahren nicht mehr hergestellt, es gebe keine Ersatzteile mehr. 

Vielleicht ist der Anlass auch eine Möglichkeit, grundsätzlich über die noch verbliebenen 17 Gaslaternen in Nettetal nachzudenken. Elf davon stehen in Lobberich. Zweimal im Jahr müssen die Laternen gewartet werden. Zur Diskussionsgrundlage legt Harald Post eine Alternative vor: „Die erste Möglichkeit: Man ersetzt die Gaslaternen durch moderne LED-Laternen. Die zweite Möglichkeit: Man installiert Laternen mit LED-Licht, die aber so aussehen, als wären sie Gaslaternen.“ Wie es im Leben oft so spielt: Die zweite Variante ist natürlich teuer.

Bei der nun anberaumten Versammlung sind neben den Anwohnern auch die Stadtwerke und die Stadtverwaltung eingeladen. „Wir möchten eine gemeinsame Lösung finden“, sagte Harald Post.

Auch ein ganz schön historischer Anblick – die Beleuchtung auf der Breyeller Josefstraße. Hier stehen keine Gaslaternen. Foto: Uli Rentzsch

Eine Woche später, am 15. März 2017, wurde dieser Text im StadtSpiegel veröffentlicht.

Lobberich. Die intensive Diskussion über die Zukunft der Beleuchtung des Windmühlenweges und der Mühlenstraße in Lobberich geht weiter. Noch geben die Gaslaternen kein Licht. Die Stadtwerke bemühen sich jetzt um eine provisorische Reparatur. Licht in die Angelegenheit soll auch ein Ortstermin am 28. März bringen.

 Ralf Schmeink vom Heimatverein Stammtischrunde Lobberich 1953 betonte, dass durchaus noch identische Laternen erhältlich sind und dass auch noch Ersatzteile lieferbar sind. Dazu sagte Norbert Dieling, Geschäftsführer der Stadtwerke Nettetal: „Wir sind mit der Firma Trapp in Kontakt und suchen nach einer Lösung.“ So sollen die entsprechenden Gaslaternen zunächst repariert werden. „Das kann nur ein Provisorium bleiben“, sagte Norbert Dieling, eine Lösung, die dauerhaft trägt, wäre der bessere Weg. Als Dienstleister beugten sich die Stadtwerke den Wünschen von Politik und Anwohnern, machen aber dennoch darauf aufmerksam, dass die Laternen nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprächen. Beispielsweise gäbe es keine Flammüberwachung, betonte Dieling: „Entzünden die Laternen nicht, strömt Gas aus.“

Außerdem ist der Laternenmast auch gleichzeitig das Gasrohr. Bräche bei einem Unfall der Mast, ströme ebenfalls Gas aus. Ein modernes System sei dagegen mit einer Abschaltvorrichtung ausgestattet.

Ralf Schmeink betont dagegen die historischen Werte: „Während Städte wie Prag das edle Licht wieder neu in den Altstädten installieren, hat Lobberich als letzte Kleinstadt dieser Welt eine seit 1887 ungebrochene Gaslichttradition. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal das wir nur erhalten müssen.“ Ins gleiche Horn stößt auch Stephan Drabben, Anwohner am Windmühlenweg und Sprecher der Straßengemeinschaft: „Die Stadt Nettetal hat ein echtes Kulturerbe. Es ist absolut unverständlich, warum ein solches Juwel nicht gepflegt und touristisch genutzt wird.“ Einig sind sich sowohl Ralf Schmeink als auch Stephan Drabben, dass es möglich sei, die Laternen zu reparieren. Unverständnis äußern beiden darüber, dass dies noch nicht geschehen ist.

Falls man sich für neue Laternen entscheiden sollte, gleich in welcher Variante, muss Geld in die Hand genommen werden. Ein Möglichkeit wäre, neue Laternen zu installieren, die aussehen wie Gaslaternen, aber dennoch mit LED-Licht betrieben werden. Ob und in welcher Form Kosten auf die Anwohner umgelegt werden, konnte die Stadt noch nicht sagen. Dafür sei das Thema zu komplex, sagte Stadtsprecher Jan van der Velden. Letztlich müsse sowieso die Politik entscheiden, welche Maßnahmen zum Thema Gaslaternen ergriffen werden. Das bestätigte Norbert Dieling: Wir sind Dienstleister.

Bei einem Ortstermin am Dienstag, 28. März, um 19 Uhr in der Turnhalle der Schule am See, wollen alle Beteiligten über eine Lösung diskutieren.


Kommentar von Uli Rentzsch vom 15. März 2017

Eine Leuchte für die Tradition
Wäre es nicht schön, wenn man die Tradition der Gaslaternen in Lobberich aufrecht erhalten könnte? Allerdings nicht auf dem Windmühlenweg oder Mühlenstraße. Vielleicht an einem prominenten Ort in der Innenstadt (die Anwohner der beiden Straßen mögen verzeihen). Am besten an einem Platz entlang einer Fahrradroute. Ein schönes, unkaputtbares Bänkchen oder zwei direkt daneben, einen Abfalleimer, eine schmucke Infotafel. Und dort leuchtet diese Gaslaterne und setzt gleichzeitig diese lange Historie fort. Den Schulweg an der Mühlenstraße beleuchten stattdessen moderne Laternen mit zeitgemäßem Sicherheitsstandard.


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