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Sie kommen immer wieder ins Dyck zurück

Friedel Klaps in seinem Taubenschlag: Die Pflege der Tiere gehört zum Einmaleins. Foto: Uli Rentzsch

Im letzten Jahr packte ihn noch einmal der Ehrgeiz: Friedel Klaps sammelte mehrere Preise und Auszeichnungen für seine Tauben. Seit 1965 hat sich der Tierliebhaber der Taubenzüchterei verschrieben.

 

Dyck. Bestes jähriges Weibchen, bester Vogel, Weibchenmeisterschaft, Jährigemeisterschaft, Generalmeister – mit diesen Titeln, diesen Fachbegriffen, können vor allem Taubenzüchter etwas anfangen. Friedel Klaps (75) aus Dyck hat im vergangenen Jahr nicht nur diese Erfolge vor Ort verbucht, sondern auch auf der nächst höheren Ebene, der Transport-Gemeinschaft (TG), in Kempen mit guten Plätzen überzeugt.

Hinter diesen Titeln steckt ein intensives Hobby: Mehrere Stunden am Tag widmet Friedel Klaps seinen Taben, derzeit sind es rund 90 in seinem Schlag. Sauberkeit steht an erster Stelle, Füttern und Training gehören zum täglichen Einmaleins. „Wenn ich nachts schon mal wach liege, überlege ich, welches Weibchen mit welchem Vogel gepaart werden könnte“, sagt Friedel Klaps. Paarung im frühen Jahr, schlüpfen rund einen Monat später, ab Mai Training – im Herbst können die Jungtiere auf Reise gehen.

„Man muss sich täglich viel Mühe mit den Tauben geben.“
Friedel Klaps, Taubenzüchter aus Dyck

Reise? Die Taubenzüchter in der Reisevereinigung (RV) 12 Grenzland Breyell treffen sich in Leuth und lassen ihre Tauben in Spezial-Lastwagen mehrere 100 Kilometer weit wegbringen. Dort werden sie aus ihren Körben frei gelassen und fliegen zu ihrem Schlag zurück. Wie an der Schnur gezogen, wie vom Computer gesteuert. Je nach Wind- und Wetterverhältnissen erreichen die Tauben dabei Geschwindigkeiten von mehr als 60 Stundenkilometern. Bei einem Einsatz im letzten Jahr zog es die Tauben aus dem 650 Kilometer entfernten Wels wieder zurück nach Nettetal. „Wie die Tauben das schaffen, das hat mich von Anfang an fasziniert“, erklärt Friedel Klaps.

Klar, da haben sich schon eine Menge Pokale angesammelt. Foto: Uli Rentzsch

Jeder Züchter setzt mehrere Tauben ein, hat also mehrere Chancen auf eine Platzierung. Die Ankunftszeit wird auf die Sekunde genau gemessen. Die schnellste Taube gewinnt.

Wenn nur nicht die Greifvögel auf Jagd gehen würden. „Ganz in der Nähe nisten drei Pärchen“, sagt Klaps, drei bis fünf Tauben pro Jahr aus seinem Schlag würden so getötet. Auch der Taubenzüchter-Nachwuchs bereitet ihm große Sorge: „Unsere Zahl wird immer kleiner, die jungen Leute interessieren sich einfach nicht mehr für unser Hobby.“

Aber wo liegt nun das Geheimnis der Erfolge aus dem letzten Jahr? Friedel Klaps lächelt. Wenn man jetzt Gedanken lesen könnte. Er sagt nur soviel: „Man muss sich viel Mühe mit den Tauben geben.“

Info:
1988 feierte Friedel Klaps die Deutsche Meisterschaft. Er setzte sich gegen 4500 weitere Züchter durch.

Dieser Artikel erschien im StadtSpiegel am 20. Januar 2016.


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