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Auf Dadalores Spur

Markus Tillmanns veröffentlichte mit „Der Nachtelf“ sein bereits sechstes Buch. Foto: Uli Rentzsch

Er überlegt eine Weile, ehe er antwortet. Er wählt seine Worte mit Bedacht. Er ist Lehrer für Deutsch und Philosophie. Er hat im Januar sein bereits sechstes Buch veröffentlicht. Er heißt Markus Tillmanns. Er wohnt in Nettetal. So weit die Fakten.

 

Nettetal. Nun die Fiktion: Im größtes Fladenbrot der Welt werden drei Leichen gefunden, drei Ruptu sind tot. Ruptu sind riesige Echsenkrieger und so intelligent, dass sie Mord und Totschlag nicht kennen. Und da die drei Leichen im Königspalast entdeckt werden, gerät die Sicherheit des Königs ins Wanken. Das ruft die Ermittlerin Dadalore, die mit richtigem Namen Dadalore-Was-soll-das-Dunkle-nachts heißt, auf den Plan. Sie beginnt ihre Nachforschungen. Und sie findet heraus, dass die Spuren in die dunkle Vergangenheit des ganzen Imperiums führen. Ihren Ermittlungen werden das ganze Reich erschüttern

Rund ein ganzes Jahr hat Markus Tillmanns an diesem Buch „Der Nachtelf“ gearbeitet, hat eine eigene, neue Welt entworfen, hat sich Namen ausgedacht, ein Magiesystem konstruiert, hat den historischen Hintergrund und Zusammenhang aufgebaut und eine Geografie geschaffen, eine Handlung erfunden, in der der Humor nicht zu kurz kommt. „Das ist ein sehr bewusstes Handeln und Denken“, sagt Markus Tillmanns, „erst schaffe ich die Grundlage, darauf baue ich die Handlung auf.“ Unzählige Notizen, aus denen mit der Zeit ein festes Konzept entsteht, dann folgt das Schreiben nach Plan. Erst das Gerippe, dann das Fleisch

„Der Nachtelf“ ist ein Fantasy-Roman. Als Markus Tillmanns zwölf Jahre alt ist, liest er den „Herrn der Ringe“ – Autor Tolkien nimmt er wahr als das Maß aller Dinge. Markus Tillmanns versteht die Symbolik der Bilder, die das Genre der Fantasy schaffen kann. „Diese Bilder bedeuten etwas“, erklärt er, schon die sprechende Schlange, die Eva einen Apfel anbietet, oder die Figur des Drachentöters, der mit seiner Lanze über das Tier im Mann, das Ungeheuer, triumphiert – auch das seien Beispiele großer Bilder aus der Historie der Literatu

Während des Schreibens identifiziert sich Markus Tillmanns mit seinen Figuren: „Ich bin das jetzt“, übersetzt er, wenn er mit seinen Helden oder seinen Bösewichtern verschmelzen kann. So verwässert seine Sprache nicht, bleibt klar und deutlich.

Seine Schüler wissen um die Kraft des Schreibens ihres Lehrers. „Ich habe schon mehrere positive Rückmeldungen erhalten“, sagt Markus Tillmanns, ein Thema im Deutschunterricht werde „Der Nachtelf“ jedoch nicht.

Info:
„Der Nachtelf“, erschienen im Koios-Verlag, kostet 11,50 Euro und ist im Buchhandel erhältlich.

Der Artikel erschien im StadtSpiegel Viersen am 5. März 2014.


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